Aktuelles von der Europa-Union Brüssel

Eine Lesung des preisgekrönten Autors Wolfgang Bauer von der Zeit

Kettenmenschen – das ganze menschliche Grauen spiegelt sich in diesem Wort. Zehntausende gibt es, vor allem in Westafrika. Psychisch kranke Menschen werden dort an Ketten gehalten wie wilde Tiere, in dunkle Verliese gesperrt. Das Elend dieser Menschen hat der Journalist und preisgekrönte Autor Wolfgang Bauer nicht nur in eindrucksvollen Reportagen beschreiben, sondern sich ihrem Schicksal auch verschrieben.

Der von Bauer und Mitstreitern gegründete Freundeskreis St. Camille finanziert Medikamente für die Befreiten und unterstützt den Aufbau von Therapie- und Rehabilitationszentren. Ziel ist die Rückkehr der Verfemten in die Familien. Um dieses verdienstvolle Anliegen zu unterstützen organisierte das EUD-Vorstandsmitglied Ottmar Berbalk zusammen mit seinen Kollegen Bettina Appel und Jürgen Debusmann eine Lesung mit dem Autor Wolfgang Bauer. Schwere Kost, nicht Tagesprogramm im politischen Brüssel, aber doch wohl eindrucksvoll. Herzlicher Gastgeber war die Landesvertretung Niedersachsen, und EUD-Vorstand Lars Koenig (in der Landesvertretung Referent für Entwicklungspolitik) begrüßte und hob die Bedeutung des Themas hervor. Die CDU-Europaabgeordnete Sabine Verheyen, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europäischen Parlament, begrüßte ca. 50 Gäste (darunter auch der EUD-Vorsitzende Frank Hoffmeister und seine Stellvertreterin Angela Schweizer sowie der Ehrenvorsitzende Michael Koehler). Verheyens  Appel und Mahnung: „Die Einhaltung der Menschenrechte ist seit 1995 ein unumstößliches Kriterium für die Beziehungen zwischen der EU und Entwicklungsländern. Lassen Sie uns alles dafür tun, dass diese Entmenschlichung ein Ende findet und Menschen mit geistigen und psychischen Erkrankungen in Afrika ihre Würde zurückbekommen.“  Lesung und Gespräch mit Wolfgang Bauer waren beklemmend, aber eben auch informativ und interessant. Ein etwas anderer Farbtupfer im EU-Viertel. Mehr Informationen unter www.kettenmenschen.de.

Autor: Ottmar Berbalk