Neuer Vorstand diskutiert EU-Handelspolitik

Von Christian Spahr, Stellv. Vorsitzender der Europa-Union Deutschland, Verband Brüssel.

Die EUD Brüssel hat sich für die nächsten zwei Jahre neu aufgestellt. Die vom Ehrenvorsitzenden Michael Köhler geleitete Mitgliederversammlung vom 29. Juni bestätigte Ilka Wölfle als Vorsitzende, Julia Preiß als stellvertretende Vorsitzende sowie Sebastian Schulte-Derne als Schatzmeister. Neu im engeren Kreis ist Christian Spahr ebenfalls als stellvertretender Vorsitzender. Als Beisitzerinnen und Beisitzer gehören dem neuen Vorstand an: Alejandro Cordero, Benjamin Feyen, Stefan Gran, Philip Hagedorn, Annemarie Hertner, Lars Koenig, Sabine Overkämping und Angela Schweizer. Ilka Wölfle blickte auf zwei aktive Jahre zurück. Zu den Highlights gehörten die „Elefantenrunde“ vor der Bundestagswahl, eine Debatte zur Verteidigungsunion mit EU-Kommissar Kubilius, ein Gespräch mit Staatsminister Krichbaum, ein Netzwerkempfang mit dem früheren EP-Präsidenten Hans-Gert Pöttering sowie Debriefings zum Europäischen Rat mit dem deutschen EU-Botschafter. Hinzu kommen bei jüngeren Mitgliedern beliebte Formate: das Mentorenprogramm und „Meet-the-MEP“. Für die nächsten zwei Jahre geplant sind eine Neuauflage der Botschafterrunde mit Ständigen Vertretern von EU-Mitgliedstaaten, verschiedene Debattenformate sowie der Ausbau von Partnerschaften. Der Vorstand will zudem neue Mitglieder gewinnen und seine Kommunikationskanäle stärken. 

Anschließend gehörte der Abend Bernd Lange, einem der profiliertesten Handelspolitiker im Europäischen Parlament. Sein Befund war nüchtern: Europa steht zwischen zwei Mächten, die die regelbasierte Ordnung unter Druck setzen – die USA durch unberechenbare Zollpolitik und Blockade der WTO-Streitbeilegung, China durch massive Subventionen und strategischen Hegemonieanspruch. Europa müsse auf Souveränität setzen: eigene Schutzinstrumente nutzen, Abhängigkeiten abbauen, neue Partnerschaften schließen – und gemeinsam auftreten. Das Publikum diskutierte lebhaft; beim Buffet liefen die Gespräche weiter. Zuvor hatte Ilka Wölfle der Landesvertretung Niedersachsen für ihre Gastfreundschaft gedankt.