Raquel García Hermida-Van Der Walle erläuterte den knappen Wahlsieg von D66 und ihres Spitzenkandidaten Rob Jetten mit einer starken proeuropäischen und föderalistische Identität über die europaskeptische PVV unter Geert Wilders. Wilders PVV hatte in 2023 die letzte Wahl gewonnen. Allerdings legten diesmal andere sehr rechte Parteien zu, was eine Mehrheit aus pro-demokratischen und pro-europäischen Parteien erschwert.
Raquel García Hermida-Van Der Walle antwortete auf die zahlreichen Fragen und Argumente der Anwesenden zum Wahlkampf, den beginnenden Koalitionsverhandlungen, den Aussichten für die europapolitische Ausrichtung der zukünftigen niederländischen Regierung. Erfolgskonzept der D66 sei gewesen, eine Europäische Identität als logisch passend zu einer stolzen aber sehr inklusiven Niederländischen Identität mit wehenden Niederländischen und Europa-Fahnen und diversen Kandidaten zu präsentieren. Jetten sei nicht nur sympathisch gewesen, er hätte auch als Energieminister die Abhängigkeit von russischem Gas überwunden und in nur 2 Monaten LNG-Terminals gebaut, ein Musterbeispiel von Handlungsfähigkeit. Er konnte gemeinsame EU-Verteidigungspolitik den fiskalkonservativen Niederländer/innen als günstiger schmackhaft machen. Die Koalitionsverhandlungen müssten vor allem Antworten auf die Fragen von 1. genügend bezahlbarem Wohnraum (Versprechen 10 neue Städte), 2. dem Ausgleich von Landwirtschaft und Naturschutz und 3. von Migration bringen.
Wir danken Raquel García Hermida-Van Der Walle sowie allen Anwesenden, insbesondere unseren Partnerverbänden, für ihre zahlreichen Reaktionen und Fragen, die diesen Austausch besonders bereichert haben. Im Anschluss setzten sich die Gespräche bei einem Buffet fort. Ein herzlicher Dank gilt der Vertretung des Landes Niedersachsen für ihre Gastfreundschaft.
Von Christian Beck und Robin Rieu